.st0{fill:#FFFFFF;}

Existenzgründung – von der Geschäftsidee zum Business-Plan 

 16. Dezember 2022

 Jeggers

Wenn ich mit meinen Coachee an ihrer beruflichen Neu-Orientierung arbeite, taucht bei dem einen oder der anderen die Idee auf: 

“Am liebsten wäre ich mein eigener Chef, meine eigene Chefin. - Aber ich habe überhaupt keine Idee”


Die gute Nachricht vorab: Niemand muss ein Daniel Düsentrieb sein, um ein erfolgreiches Unternehmen zu gründen.

Niemand braucht zwangsläufig eine einmalige und völlig neue Idee.

Die meisten Existenzgründungen finden in bereits vorhandenen Geschäftsfeldern statt.


Als ich mich entschied, mich als Coach selbständig zu machen, gab es jede Menge Wettbewerb. Das hat sich bis heute nicht geändert. 

Auch wenn manche Wettbewerber die gleichen Themenfelder besetzen, so sind wir doch sehr verschieden und ziehen auch unterschiedliche Kunden an. 


Sehen Sie sich verschiedene Cafés an. Alle bieten Kaffee an, vielleicht Kuchen und kleine Gerichte. Aber dennoch unterscheiden sie sich. Einrichtung, Größe, Geschirr, Preis, Lage usw.

Die Kunden entscheiden, welches Café ihnen am besten gefällt.


Aber es ist nicht nur die Frage nach der Geschäftsidee. Es tauchen natürlich auch jede Menge Fragen und Ängste auf. 

Wer sich selbständig macht – macht einen großen Schritt in eine bisher unbekannte Welt.  Da sind Ängste ganz normal - gehören quasi dazu.

  • Was ist, wenn ich keine Kundinnen oder Kunden finde?
  • Was ist, wenn ich kein Geld einnehme?
  • Wenn ich etwas falsch mache bei Steuern oder Buchhaltung?

Aber der Reihe nach:

Eine Geschäftsidee finden

Bevor Sie nach einer Geschäftsidee suchen, sollten Sie sich fragen:

Was genau ist meine Motivation mich selbständig zu machen?

  • Sind Sie gerade vom Bewerbungsprozess gefrustet?
  • Haben Sie es satt, ständig von unfähigen Führungskräften umgeben zu sein? Menschen, die Ihnen sagen, was Sie zu tun haben - ohne zu wissen, worum es geht.
  • Möchten Sie endlich Ihre Arbeitszeit frei gestalten?
  • Geht es Ihnen darum, etwas Sinnvolles zu tun?
  • Wollen Sie raus aus dem Hamsterrad?

Die zweite wichtige Frage:

Sind Sie ein Unternehmer-Typ?

  • Was motiviert Sie, ein Unternehmen zu gründen?
  • Was treibt Sie an, Ihr eigener Chef zu werden?
  • Können und wollen Sie mit dem Risiko einer Existenzgründung leben?
  • Was halten Ihr Partner, Ihre Partnerin, Ihre Familie und Ihre Freunde von dem Plan?

Gerade der letzte Aspekt ist elementar: Im privaten Umfeld brauchen Sie Beistand. 

Sie brauchen jemanden, mit dem Sie Ihre Begeisterung, aber auch Ihre Zweifel und Sorgen teilen können. Sie brauchen Verständnis, wenn Sie weniger Zeit als bisher für private Unternehmungen haben.

Eine Existenzgründung kann an der mangelnden Unterstützung durch Familie und Freunde scheitern.


Als Unternehmerin oder Unternehmen müssen Sie verschiedene Rollen ausfüllen:

Organisationsabteilung -

Sie organisieren das neue Unternehmen

Verkauf und Marketing

Sie sind verantwortlich für Verkauf, Einkauf, Marketing und Produktentwicklung

Kunden gewinnen

Sie müssen Kunden suchen und finden

Finanzen 

Sie sind verantwortlich für die Finanzplanung

Buchhaltung 

Sie sind verantwortlich für Buchhaltung, Rechnungswesen und Steuern (Das gilt auch dann, wenn Sie einen Steuerberater beauftragen)

Können Sie sich vorstellen, diese Rollen auszufüllen? 


Falls eine Rolle Ihnen nicht behagt, können Sie überlegen, diese Aufgaben zu delegieren. Prüfen Sie genau, ob es sinnvoll ist, genau diese Aufgabe abzugeben.

Haben Sie ausreichend Geld, um es sich leisten zu können? Sie haften am Ende auch für die Fehler anderer.


Sie wollen sich selbständig machen? Wirklich?

Wenn Sie sicher sind, dass Sie ein Unternehmen gründen wollen, dann beginnt die Suche nach einer Geschäftsidee.

Starten Sie mit dem, was Sie kennen:

  • Was können Sie besonders gut?
  • Was macht Ihnen Spaß?
  • Was tun Sie gern?
  • Wofür brennt mein Herz?
  • Welche Ideen schwirren mir schon lange im Kopf herum?


Eine weitere Möglichkeit sich selbständig zu machen ist Franchising.

  • Welche Franchise-Angebote passen zu Ihnen und Ihrer Kompetenz?
  • Haben Sie ausreichend Kapital für ein Franchising?
  •  Wie hoch sind Ihre Investitionen?
  • Rentieren sich diese Ausgaben?
  • Sind Sie kreditwürdig, um sich notwendiges Kapital zu beschaffen (Nicht nur wer bei MacDonald Franchise-Partner werden möchte, braucht viel Geld.)

Ein Unternehmen kaufen oder übernehmen

Auch hier stellt sich die Frage nach Ihrem Know-how und dem Kapital, dass Sie investieren können. 

Sie brauchen auf jeden Fall einen Profi an Ihrer Seite, der den Unternehmenswert ermittelt und den Kaufpreis prüft.

Der Suche nach einer umsetzbaren Geschäftsidee, sollten Sie immer darauf schauen: 

Passt es zu mir und meinen Fähigkeiten?

Wie geht es mir, wenn ich daran denken, 

  • dass ich sieben Tage in der Woche in einem Café arbeite?
  • dass ich jeden Tag xy mache?


Geschäftsidee finden - ein Beispiel aus meiner Praxis

Eine meiner Klientinnen ist heute eine erfolgreiche Hochzeits- und Eventplanerin.

Die Idee entstand, als ich sie fragte: “Was macht Ihnen besonderen Spaß?”

 Ihre Antwort:

„Ich organisiere gerne Familienfeiern. Mir macht es Freude, Räume und Tische zu dekorieren. Und ich liebe Hochzeiten! Für mich ist die Hochzeit der schönste Moment im Leben eines Paares. Deshalb soll dieser Tag allen in guter Erinnerung bleiben. Meine eigene Hochzeit habe ich akribisch geplant. Und auch im Verwandtenkreis durfte ich schon Hochzeiten organisieren. Immer war es ein voller Erfolg!


Damit hatten wir die Existenzgründungs-Idee gefunden.


Geschäftsideen brauchen Zeit

Lassen Sie sich Zeit, Ideen zu entwickeln und zu prüfen, ob sie zu Ihnen passen. Gehen Sie die obigen Fragen immer wieder durch.  Es kann etwas dauern, bis die zündende Idee dabei ist. “Das gibt es schon” ist dabei kein Grund eine Idee zu verwerfen. Wenn es etwas schon gibt, schauen Sie sich dieses Unternehmen genau an:

  • Was machen die Inhaber gut?
  • Was spricht Sie besonders an?
  • Was würden Sie anders machen?


Marktanalyse – Kunden - Wettbewerb

Wenn die gute Idee da ist, kommt der wichtigste nächste Schritt: Braucht der Markt dieses Angebot und können Sie damit Geld verdienen. Geld, das Sie benötigen, um ein gutes Leben zu führen. 

  • Wer braucht das Angebot – wer sind meine Kundinnen oder Kunden?
  • Was ist, wenn ich keine Kundinnen oder Kunden finde?

Damit das nicht passiert, beschreiben Sie detailliert und eindeutig, wer Ihre zukünftigen Kundinnen und Kunden sind. 

  • An welchen Orten, 
  • in welchen Foren,
  • auf welchen Social Media Kanälen

 finden Sie diese Kundinnen und Kunden?


Schauen Sie genau hin, wie Ihre Wettbewerber um Kundinnen und Kunden werben. Was Ihnen davon gefällt, können Sie übernehmen. (Inspiration ja – kopieren nein.)


Ihre Kundinnen und Kunden sind im Internet unterwegs – dann ist eine Homepage eine unverzichtbare Grundlage.

  • Was wollen Sie mit Ihrer Homepage rüberbringen?
  • Welche Wünsche und Erwartungen haben Ihre Kundinnen und Kunden?
  • Wie werden Sie diese Wünsche erfüllen?
  • Was genau ist das Besondere an Ihrem Angebot?
  • Wie kann ich mit Ihnen in Kontakt kommen?

Wenn diese Fragen geklärt sind, können Sie nach einer professionelle Unterstützung suchen. Verlassen Sie sich nicht auf Family and Friends, das führt meist nur zu Ärger.


Wenn Sie technisch fit sind, können Sie es natürlich von Anfang an selbst machen. 

Nur eine Homepage zu haben, wird nicht ausreichen. Bis Sie bei Google auf Seite eins sind, wird es dauern.


Ihre Kunden sind bei Facebook, Instagram, Xing, LinkedIn .....

dann sollten Sie auch auf diesen Plattformen präsent sein.

Regelmäßige Posts und Beiträge sind eine gute Möglichkeit Aufmerksamkeit zu erhalten


Sie arbeiten lokal – dann können auch Zeitungsanzeigen ein guter Weg sein.


Suchen Sie nach Netzwerken (digital und analog), in denen sich auch Ihre Kundinnen und Kunden aufhalten.


Mit wem können Sie eine Kooperation eingehen? Wer hat eine ähnliche Zielgruppe, aber ein anderes Angebot.


Sie können Vorträge halten, Blogartikel schreiben, ….


Viele meine Coachee verbrennen Zeit. „Ich kann ja noch nicht Kontakt zu Kunden suchen – meine Internet-Seite ist noch nicht ganz fertig“ –  prima Ausrede, aber kein Grund nicht online zu gehen.


Ja, jetzt gibt es eine Homepage mit Ihrem Foto. Vielleicht werden einige Menschen Ihre Homepage nicht gut finden – 

Hauptsache sie gefällt Ihnen und Sie haben den richtigen Ton gefunden. (keine Marketing-Blasen)


Haben Sie den Mut, nicht alles perfekt zu machen – einfach anfangen. Um es auf den Punkt zu bringen:

Sie müssen raus in die Welt Ihrer Kundinnen und Kunden.

Sie müssen sichtbar werden.

Wer Sie nicht kennt, kann auch nichts bei Ihnen kaufen.


Sicher, es wird eine Weile dauern, bis die erste Kundin, der erste Kunde da ist. Das gilt es auszuhalten. Die eigene Vertriebs- und Marketingstrategie sollten Sie regelmäßig überprüfen.

  • Was funktioniert?
  • Was funktioniert nicht?
  •  Warum funktioniert es nicht? 
  • Was kann ich anders machen?

Das Thema Kundensuche haben nicht nur „neue“ Unternehmerinnen und Unternehmer. Es bleibt eine Aufgabe, denn Kunden kommen und gehen.

  • Wie sieht es mit Wettbewerben aus?
  • Wie kann ich meine Idee an die Frau oder Mann bringen?
  • Welche Preise kann ich am Markt realisieren?
  • Wie wird sich der Markt entwickeln?
  • Welche Perspektiven habe ich?

Ihre Geschäftsidee kommt gut an?  - Dann kann es mit der Planung weitergehen.


Ihre Idee kommt zwar gut an, aber die Preise sind zu niedrig - dann geht es ans Überarbeiten und Nachbessern und zur nächsten Marktanalyse.


Ihre Idee interessiert kaum jemanden - dann zurück auf “Los” und eine neue Idee finden oder doch einen Job zu suchen.


Auch wenn von der Idee bis zum Start des Unternehmens noch viele wichtige Dinge zu klären sind, damit am Ende ein belastbarer Businessplan steht: 

Die passende Geschäftsidee und eine belastbare Marktanalyse sind immer der erste Schritt in die Selbstständigkeit.


Nach Ihrer Marktanalyse soll es jetzt ernst werden – Sie werden ein Unternehmen gründen.

Jetzt beginnt der anstrengende Teil - Businessplan und Behörden-Dschungel.



Von der Geschäftsidee zum Businessplan

Sie haben sich entschlossen, aus der Idee ein Business zu machen. Nun geht es darum, sich der Realität zu stellen und einen Business-Plan aufzustellen. Ein realistischen und aussagefähigen Business-Plan.


Hier wird sich zeigen, ob sich Ihre Geschäftsidee wirklich umsetzen lässt. Jetzt werden alle Kosten und geplanter Umsatz gegenüber gestellt, denn am Ende soll ein positives Ergebnis stehen. 

Sie wollen von Ihrem Unternehmen ja gut leben können.


Erst wenn dieses Zahlenwerk steht, können Sie endgültig darüber entscheiden: Job oder selbständig machen.


Ein Businessplan - zwei Teile

Der Text-Teil

In diesem Teil stellen Sie detailliert dar, wie Ihre Geschäftsidee aussieht.

  • Welches Produkt oder welche Dienstleistung Sie verkaufen wollen.
  • Wie sieht Ihre Zielgruppe aus?
  • Wie schätzen Sie die Marktsituation und die geschäftliche Entwicklung ein?
  • Was qualifiziert Sie für diese Geschäftsidee?
  • Wie werden Sie die Abläufe organisieren?
  • Was tun Sie für Marketing und Verkauf?


Der Zahlen-Teil. 

  • Wie sieht Ihre Kalkulation aus?
  • Welche Kosten haben Sie (privat und geschäftlich)?
  • Welche Umsätze werden Sie erzielen?
  • Wie sieht Ihr Finanzbedarf aus? Wie decken Sie diesen Bedarf?

Der Zahlen-Teil des Business-Plans bildet eine Entwicklung von mindestens drei Jahren ab. Dieser Business-Plan ist sozusagen ihr Controlling-Tool. Sie können damit die Entwicklung Ihres Unternehmens im Auge behalten.

 

Auch wenn es um Kredite geht, will eine Bank genauso einen Business-Plan sehen.


Eine erfolgreiche Existenzgründung gelingt am besten, wenn Sie sich Zeit für die Planung und Recherche nehmen. Das schützt Sie davor, schon nach kurzer Zeit vor dem Aus zu stehen.


Wenn die Planung abgeschlossen ist, der Business-Plan tragfähig ist - dann sollten Sie sich um diese Dinge kümmern:


Gewerbe anmelden? Oder nicht?

Jeder geschäftsfähige, volljährige Mensch in Deutschland kann ein Unternehmen gründen. 

Wer sich schon früher den Traum einer eigenen Firma erfüllen möchte, braucht eine entsprechende Ermächtigung der Eltern bzw. der gesetzlichen Vertreter. 


Die meisten Unternehmen in Deutschland müssen Gewerbesteuer zahlen. Diese Steuer wird von der Gemeinde erhoben, in der das Unternehmen gemeldet ist. 


Damit die Gemeinde Gewerbesteuer erheben kann, müssen Sie - je nach Geschäftsidee - ein Gewerbe anmelden. 


Es gibt Gewerbe-Bereiche, die können Sie nur mit einer staatlichen Erlaubnis ausüben, z.B. bei der Geschäftsidee Immobilien-Maklerin oder Makler.


Es gibt auch Selbständige, die keine Gewerbesteuer zahlen – die sogenannten freien Berufe wie z.B. Ingenieure oder Architekten.


Wenn Sie sich im Handwerk selbständig machen wollen, müssen Sie mit der Handwerkskammer klären, wie das möglich ist.

In einigen Berufen können Sie nur mit einer Meisterprüfung ein Unternehmen gründen.

Auch Handwerksbetriebe müssen ein Gewerbe anmelden.


Steuern

Ohne Steuernummer geht es nicht. Egal ob als Gewerbetreibender oder Freiberufler, die Steuernummer muss beim Finanzamt zum Start der unternehmerischen Tätigkeit beantragt werden. 

Das Finanzamt fragt auch nach Umsatzeinschätzungen. Für Sie kein Problem, alles findet sich im Zahlenteil Ihres Businessplans. Einen entsprechenden Fragebogen können Sie über  das Elster-Portal ausfüllen.

Dazu müssen Sie sich vorab registrieren – das ist ein bisschen umständlich. Es lohnt sich, da Sie anschließend auch Ihre Umsatzsteuer darüber abwickeln können.

Als Unternehmerin oder Unternehmer sind Sie verpflichtet, Umsatzsteuer einzuziehen und an das Finanzamt abzuführen.

Dazu müssen Sie pro Quartal oder einmal jährlich – das hängt vom Umsatzvolumen ab - eine Umsatzsteuer-Voranmeldung einreichen.*

Das können Sie sehr gut selbst über das Elster-Portal machen.

*keine Umsatzsteuer zahlen sogenannte Kleinunternehmen – was das Besondere an dieser Unternehmensform ist, erfahren Sie in diesem Blogartikel. Existenzgründung als Kleinunternehmen?


Buchhaltung

Als Selbständige oder Selbständiger sind Sie Voll-Kauffrau oder Vollkaufmann und zu einer ordentlichen Buchhaltung verpflichtet. 

Gewöhnen Sie sich am besten gleich daran, Ihre Belege geordnet abzulegen, denn das Finanzamt verlangt eine nachvollziehbare Gewinnermittlung  (Den berühmten Schuhkarton bitte nicht befüllen). 


Am Anfang reicht es völlig aus, diese Belege als Einnahmen oder Ausgaben in einer Excel-Datei zu erfassen. 

Wenn Sie keine GmbH gegründet haben, machen Sie als Existengründerin oder Existenzgrüner zunächst  eine einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR). 


Die Ausgaben werden mit den Einnahmen verrechnet. Im besten Fall übersteigen die Einnahmen die Ausgaben – dann haben Sie einen Überschuss erzielt – Ihr erstes Geld verdient. 


Sie haben keinen Bock auf Excel? Es gibt kostengünstige Software, die Ihnen die Buchhaltung einfacher macht. 


Sie können auch ein Steuerberatungsbüro beauftragen. Das kostet auf jeden Fall das meiste Geld.

Meine Empfehlung: Machen Sie es selbst  – Sie behalten Ihre Zahlen besser im Blick.


Die Gewinn-Ermittlung wird erst mit der Einkommensteuer eingereicht.

Dazu sollten Sie sich auf jeden Fall professionelle Hilfe holen.


Außerdem benötigen SIe für  Ihre unternehmerischen Ausgaben und Einnahmen ein Geschäftskonto. Entweder ein zweites Konto bei Ihrer Hausbank oder bei einer anderen Bank. Es lohnt sich, auf die Kosten zu achten.


Versicherungen

Welche Versicherungen sinnvoll und nötig sind, hängt von Ihrer Geschäftsidee ab. 

Auf jeden Fall brauchen Sie weiterhin eine Krankenversicherung.

Sie müssen Ihre Krankenversicherung nicht wechseln, sondern können sich als Unternehmerin oder Unternehmer freiwillig versichern.

Wenn Sie mit einem Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit gründen, erhalten Sie für das erste Geschäftsjahr Sonderkonditionen.


Auch Ihre Altersvorsorge sollten Sie im Blick behalten.

Sie können sich freiwillig bei der Deutschen Rentenversicherung versichern, das lohnt sich aber nicht in jedem Fall und ist auch relativ teuer. Ein guter Versicherungsmakler kann Sie hier am besten beraten.


Ob eine Haftpflichtversicherung oder andere betriebliche Versicherungen nötig sind, klären Sie ebenfalls am besten mit dem Versicherungsmakler Ihres Vertrauens.


Die Rechtsform für Ihr Unternehmen

Wenn Sie Ein-Personen-Unternehmen sind, brauchen Sie keine spezielle Rechtsform. 

Sie sind ein typischer Einzel-Unternehmer. Sie haften mit Ihrem persönlichen Vermögen. 


Weitere Rechtsformen sind z.B. GmbH, UG (haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft), GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts), wenn mehre Personen gemeinsam ein Unternehmen betreiben.


Sie wollen gemeinsam mit einer oder mehreren Personen ein Unternehmen gründen? Was es dabei zu beachten gilt, erfahren Sie in diesem Blogartikel.  Gemeinsame Existenzgründung


Welche Rechtsform für Ihr zukünftiges Unternehmen passt, sollten Sie mit einer fachkundigen Person klären. Es hängt von Risiken und Haftungsfragen ab. Eine Übersicht der Rechtsformen erhalten Sie hier



Zuschüsse und Kredite 

Kein Geld einzunehmen, ist eine der häufigsten Ängste.

Aber nicht nur „Neulinge“ werden mit dieser Angst konfrontiert. 

Rücklagen bieten Sicherheit. Ganz ohne Eigenkapital ist eine Gründung schwierig, aber nicht unmöglich.

 Besser ist es, wenn Sie privat etwas zurückgelegt haben, um die ersten Monate zu überbrücken.


Sie sind arbeitslos und wollen ein Unternehmen gründen?

Dann können Sie einen Gründungszuschuss bei der Agentur für Arbeit beantragen. 

Sie erhalten bis zu neun Monate lang Geld auf Ihr Konto. Dieser Zuschuss muss rechtzeitig vor der Gründung beantragt werden. Diesen Zuschuss müssen Sie nicht zurückzahlen. 


Ob Sie diesen Zuschuss bekommen, entscheidet die Arbeitsagentur aufgrund Ihrer eingereichten Unterlagen. Wenn das Konzept nicht überzeugt oder Sie den Antrag zu spät einreichen, erhalten Sie kein Geld.

Sie dürfen auf keinen Fall schon offiziell mit dem Business gestartet sein. 


Ein guter Business-Plan (Teil 1 und Teil 2) ist meistens ein sehr überzeugendes Argument. 


Welche Voraussetzungen Sie erfüllen müssen, erfahren Sie im Portal der Arbeitsagentur


Sollten Sie sich aus der Arbeitslosigkeit selbständig machen, können Sie sich auch freiwillig gegen Arbeitslosigkeit versichern. Das lohnt sich aber nur unter sehr bestimmten Voraussetzungen – also genau hinschauen.


Je nach Bundesland gibt es noch zusätzliche, unterschiedliche Programme für Existenzgründerinnen und Existenzgründer.

Mal handelt es sich um Zuschüsse, manchmal sind es Förderungen in Form von Krediten.

Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) stellt Existenzgründerinnen und Existenzgründern günstige Kredite zur Verfügung. Sie finanziert Investitionen und laufenden Kosten. Der Kredit muss über einen bestimmten Zeitraum zurückgezahlt werden.


Das Besondere: Die Kredite der KfW werden über Ihre Hausbank beantragt.

Gegenüber Ihrer Hausbank übernimmt die KfW 80% des Kreditrisikos.

Ihre Hausbank verlangt meistens Sicherheiten für einen Kredit.

Auf jeden Fall einen Business-Plan mit allen Daten und Fakten. Zusätzlich kann es z.B. eine Grundschuld auf einer Immobilie sein. 

Oder jemand bürgt für Ihre Schulden, falls Sie mit der Rückzahlung in Verzug geraten.


Die KFW-Kreditkonditionen sollten Sie sich genau anschauen und prüfen, ob ein Kredit direkt bei Ihrer Hausbank genauso gut ist. Mehr über die verschiedenen Kreditformen und die Voraussetzungen erfahren Sie auf der Seite der KfW


Anders als Zuschüsse müssen Sie Kredite mit entsprechenden Zinsen zurückzahlen. Diese Kredite müssen Sie auch dann zurückzahlen, wenn Sie Ihr Unternehmen schließen. Also auch hier genau hinschauen.


Endlos sollten Sie kein Geld in Ihr junges Unternehmen pumpen. Wenn nach etwa sechs Monaten absehbar ist, dass Sie kein Geld verdienen, sollten Sie sich selbstkritisch fragen:

Habe ich genug getan, um Kunden zu gewinnen?

Hat sich der Markt verändert?

Muss ich mein Konzept ändern?

Im Zweifel sollten Sie ernsthaft über eine Geschäftsaufgabe nachdenken.



Sie haben Ihre Unternehmens-Steuer-Nummer, dann kann es losgehen mit Ihrem neuen Unternehmen. Denn die Steuer-Nummer gehört auf jede Rechnung, die Sie schreiben.

Ab jetzt heißt es: die Ausgaben und Einnahmen im Blick behalten. Vergessen Sie nicht, von Ihren Einnahmen wird das Finanzamt einen Anteil in Form von Steuern wieder einsammeln. Legen Sie sich rechtzeitig ein Polster an, wenn Ihre Einnahmen anfangen zu steigen. 

Freuen Sie sich über steigende Umsätze und neue Kundinnen und Kunden, aber das Finanzamt nicht vergessen.


Beratung


Sie wollen sich beraten lassen? Das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) fördert Beratungen kleiner und mittlerer Unternehmen. 

Dazu hat sie das Programm "Förderung unternehmerischen Know-hows" aufgelegt. Unternehmen können sich von qualifizierten Beraterinnen und Beratern zu allen wirtschaftlichen, finanziellen, personellen und organisatorischen Fragen der Unternehmensführung beraten lassen. 

Das BAFA zahlt einen Zuschuss zum Beratungshonorar. Der Zuschuss schwankt je nach Bundesland zwischen 50% und 80%. Der Zuschuss muss nicht zurückgezahlt werden. Details erfahren Sie auf der BAFA-Seite


Da vieles von einem realistischen, belastbaren Business-Plan abhängt, ist eine fachkundige Beratung durchaus sinnvoll. Hier bekommen Sie kompetente Antworten auf Ihre Fragen und können auch Ihre Planungsdaten überprüfen lassen. So lässt sich das Risiko einer Gründung weiter minimieren.

Zertifikat

Sie möchten sich selbständig machen? Als Gründungs-Coach biete ich ein kostenloses Beratungsgespräch an

Zertifikat


Fazit

Sich selbständig zu machen, bedeutet auch ins Rampenlicht zu treten. Nur wer sichtbar wird, sich in der Öffentlichkeit zeigt, kann Kundinnen und Kunden finden.

Welche Kanäle Sie dafür nutzen wollen, hängt von Ihnen und Ihrer Zielgruppe ab. 


Machen Sie am Anfang so viel wie möglich selbst. Das spart Kosten. 

Wenn Sie Spaß daran haben Ihre Homepage selbst zu machen, suchen Sie sich auf jeden Fall einen guten Kurs zur Begleitung aus. Es kommt viel Technik auf Sie zu. Wenn es das Budget hergibt, suchen Sie professionelle Hilfe – ohne sich abhängig zu machen.


Das Gleiche gilt für Steuern uns Buchhaltung. Eine Steuerberatung ist eine teure Lösung, eine Software reicht völlig. Auch hier kann ein kostengünstiger Kurs weiterhelfen.


Obwohl ich es nicht wirklich mag, habe ich meine Buchhaltung und Umsatzsteuer lange Jahre selbst gemacht. So merkte ich sofort, wenn die Kosten aus dem Ruder liefen. Erst als sich mein Geschäft gut und stabil entwickelt hatte, habe ich darüber nachgedacht, welche Aufgaben ich auslagern will.


Die Angst, kein Geld einzunehmen, ist verständlich und lässt nur langsam nach. 


Wenn Sie dran bleiben, Ihrer Zielgruppe spannende Angebote machen, dann wird auch der Umsatz folgen. 

Und in guten Zeiten tut es nicht weh, etwas auf die hohe Kante zu legen. Dann kann nichts schiefgehen.


Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem Mut, sich selbständig zu machen! Falls Sie noch zweifeln,

hier noch einmal zusammengefasst Vorteile und Nachteile einer Existenzgründung können nachlesen.


Viel Erfolg für Ihre Existenzgründung.


PS: Wenn Sie erfahren möchten, wie ich Unternehmerin wurde -  "Mein Weg in die Selbständigkeit"


Bleiben Sie auf dem Laufenden. 

Abonnieren Sie meine Karriere Post

Tipps und Informationen zu beruflichen Themen und Existenzgründung und die neuesten Blogbeiträge direkt in Ihr Postfach

Vielleicht interessant für Sie?

Januar 31, 2024

November 14, 2023

August 1, 2023

  • Hallo Judith, schön erklärt und sehr motivierend geschrieben. So eine strukturierte Denk– und Vorgehensweise hättä ich gern vor mehr als 20 Jahren gehabt. Chapeau ! Liebe Grüße,Soraya

  • {"email":"Email address invalid","url":"Website address invalid","required":"Required field missing"}
    >